Sonntag, 29. Oktober 2017

"Nana" von Emile Zola, gelesen von Oliver Rohrbeck

Wie schade! Leider musste ich dieses Hörbuch nach ca. 40 Minuten abbrechen. :-(
Warum? Tja, weil hier genau das zusammentrifft, was m.E. nicht zusammen passt. Nämlich der Sprecher und das Buch. 

Nana
von Emile Zola
gelesen von
Oliver Rohrbeck


Dies sage ich nicht leichtfertig. Ich habe reichlich Erfahrung mit Klassikern, die als Hörbücher eingelesen wurden. In der Regel passen die Sprecher gut bis hervorragend zu den Klassikern der Literatur. Es gibt ganz selten Ausnahmen, wozu diese Kombination für mich gehört.

Oliver Rohrbeck hat reichlich Erfahrung beim einlesen von Hörbüchern und es geht auch nicht darum, ob er was kann oder nicht. Er ist für meinen Geschmack aber nicht der passende Sprecher für "Nana". Sein Versuch, in die verschiedenen Personen einzutauchen und ihnen eine Stimme zu geben, misslingt hierbei völlig. Die Klassiker sind einfach nicht das richtige Genre für seine stimmlichen Möglichkeiten. Zur phantastischen Literatur oder auch Kinderbüchern passt er dafür bestimmt perfekt.

Ich kann mir "Nana" jedenfalls nicht über 12 Stunden von Oliver Rohrbeck anhören.

Samstag, 28. Oktober 2017

"Jahrmarkt der Eitelkeit" - Vanity Fair, 1848


Ich weiß nicht, ob es Euch auch so geht, aber im Herbst ist mir immer so nach großen Gesellschaftsromanen des 19. Jahrhunderts. In der dunklen Jahreszeit liebe ich die ungekürzten Lesungen solcher Bücher. Wenn diese Romane sehr gut gelesen werden, das sind sie in der Regel auch, dann versetzten sie mich in so eine wunderbare, winterliche Stimmung. 

In diesem Jahr entschied ich mich schon frühzeitig für ein bestimmtes Hörbuch dieses Genres. Meine Wahl fiel auf
 "Jahrmarkt der Eitelkeit" 
von William M. Thackeray
ungekürzt gelesen von 
Hans Jochim Schmidt

Ich hörte mir die Hörprobe bei audible an und war davon angetan, wie Herr Schmidt dieses Buch liest. Es erinnert mich an die wunderbaren Lesungen von Gert Westphal, der auch ein Spezialist für die Klassiker war.

Also kaufte ich mir das Hörbuch. Natürlich hatte ich gesehen, dass die Hörzeit 40 Std. 43 Min. beträgt. Aber für große Themen braucht ein Autor auch Zeit, sie in seinem Buch zu verarbeiten. Ich lasse mich immer wieder sehr gerne darauf ein.

In diesem Buch lernen wir zwei Frauen kennen, die unterschiedlicher nicht sein können und trotzdem Freundinnen sind. Amelia Sedley ist etwas beschränkt in ihrer Sicht auf die Dinge, aber absolut liebenswert. Rebecca Sharp dagen ist verschlagen. Was sich in den Leben der beiden Frauen für Folgen ihres unterchiedlichen Denkens und Handeln ergeben, das wird in diesem Buch ausführlichst beschrieben. Die ganz großen Themen wie die wahre Liebe, Neid, Missgunst, Vorteilnahme und was sonst noch alles menschlich ist, das lernen wir in unterschiedlichen Ausbildungen kennen.

Ich fand dieses HörBuch großartig und kann es Freunden der Klassiker, oder die es noch werden wollen, empfehlen!

Einen Rat möchte ich den Hörbuchhörern aber noch mit auf den Weg geben. Es ist angebracht, die Abspielgeschwindigkeit des Hörbuches zu beschleunigen. Das kann man beim abhören, nach dem persönlichen Empfinden, einstellen. Ich hörte das HB bei einer Geschwindigkeit von 1,25 und war damit sehr zufrieden.

Falls Euch zwar das Thema interessiert, aber Ihr weder das Buch lesen noch hören möchtet, dann kann ich auch noch die Verfilmung empfehlen. 
Der Film läuft unter dem Titetl: Vanity Fair

Freitag, 27. Oktober 2017

"Hiob" von Joseph Roth, gelesen von Peter Matic


Mir war mal wieder so nach einem HörBuch von Joseph Roth, gelesen von Peter Matic. Diese Kombination ist für mich immer wieder die "sichere Bank". Ich kann mich dabei auf erstklassige Qualität verlassen, sowohl vom Text her, als auch von der Umsetzung durch den Sprecher. Um das Ende vorweg zu nehmen, meine Erwartungen daran wurden absolut erfüllt!

Mendel Singer ist ein jüdischer Lehrer im zaristischen Russland. Er ist sehr gläubig und verheiratet mit Deborah. Das Ehepaar hat eine Tochter und drei Söhne, wovon der jüngste Sohn schwerst behindert zu sein scheint. In schweren Zeiten werden die Kinder groß und gehen ihre eigenen Wege, bis auf den Jüngsten, den kranken Menuchim. 
Da ein Teil der Familie nach Amerika auswandern will, wird der kranke Sohn zum Problem, da er in Amerika mit Sicherheit nicht aufgenommen wird.

Wie sollen sich die Eltern entscheiden? Das ist eine Gewissensfrage! So viel kann ich hier sagen: Ein Teil der Familie wird in Amerika ankommen. Dort ist das Leben aber nicht so leicht, wie man sich das vorgestellt hatte. Ein Schlag folgt auf den anderen und Mendel verliert seinen Glauben. 
Was muss alles geschehen, um einen tiefgläubigen Menschen nicht nur zweifeln zu lassen, sondern, dass er sich von seinem Glauben innerlich verabschiedet?

Wird alles doch noch ein gutes Ende finden, oder wird das Buch traurig enden? 
Gibt es doch noch das Glück für Mendel und seine Kinder, oder nicht?
Um das zu erfahren solltet Ihr das Buch selbst lesen oder hören. Es lohnt sich!

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Ich hatte noch keinen Kontakt mit jüdischem Leben und höre in diesem HB viel über die Bräuche und die Gedankenwelt der damaligen Ostjuden. 
Mit Peter Matic, als Erzähler der Geschichte, ist der Text optimal bereichert worden.

Ich hatte wieder eine wertvolle Hörzeit, die mich bereicherte.